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Einträge in Kalenderübersicht

Ich habe fertig ;-))) DANKE!

von Dr. Petra Bock 14. Dezember 2011 22:25

So. Nun ist es erreicht. Ich habe mein Wohlfühlgewicht und halte es schon seit ein paar Wochen. 43 kg sind weg, seitdem ich im März 2011 gestartet bin. Anbei ein Foto vom aktuellen Stand. Es zeigt mich im Hotelzimmer im Düsseldorf, kurz bevor ich die Laudatio auf Ina Müller halten durfte.

Nun ist es Zeit für mich, das neue Leben zu begreifen, das ich jetzt führe. Vielleicht fragen Sie jetzt, ob ich nicht ein wenig übertreibe. Doch es kommt mir wirklich vor wie ein neues Leben, das ich erst seit kurzem führe. Meine Kleiderschrank ist wieder gut gefüllt, aber nun mit Sachen, von denen ich bisher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Die Menschen, die mir nahe stehen, schütteln immer wieder ungläubig den Kopf. Andere, die mich länger nicht gesehen haben, erkennen mich nicht mehr. Aus meiner eigenen Perspektive bin ich um die 10 Jahre jünger geworden - wobei ich nicht sagen kann, ob ich mich jetzt wie eine 30jährige fühle oder mich vorher wie mit 50 gefühlt habe, obwohl ich 40 war. Ich laufe jetzt regelmäßig, trainiere auf meinen ersten Halbmarathon, werde im Frühjahr endlich wieder mit dem Reiten anfangen und im Sommer die Alpen zu Fuß überqueren. Nach den vielen Jahren auf der Couch hat mich ein unglaublicher Bewegungsdrang erfasst. Es ist, als ob ich meine Fenster weit aufgemacht hätte und endlich wieder Luft hereinkommt.

Ich gebe zu, dass es mich manchmal auch schockiert, wie anders ich behandelt werde, seit dem ich schlank bin. Ich werde anders wahrgenommen, bekomme im Alltag mehr Aufmerksamkeit, Wertschätzung, im Flugzeug freuen sich die Herren und fangen an zu plaudern, wenn ich mich neben sie setze - früher haben manche die Augen verdreht: was, so wenig Platz und jetzt kommt auch noch die? Mir wird nach und nach bewusst, wie sehr in unserer Gesellschaft Übergewicht zum Stigma geworden ist, wie sehr ich ausgegrenzt wurde, vor allem in Alltagssituationen. Ich will darüber nicht jammern, aber ich habe mir vorgenommen, dazu nicht zu schweigen, denn es hat mir bei all den Problemen, die das Gewicht mir gebracht hat, auch noch zusätzlich zugesetzt. Und das finde ich, ehrlich gesagt, eine Schweinerei. Nun könnte man sagen: ist doch jeder selbst schuld, wenn er dick ist. Aber so einfach ist die Sache nicht und ich ärgere mich, wenn Menschen schlau reden, die niemals mehr als ein, zwei Kilo zu viel hatten. Fettleibigkeit ist kein Witz, die Ängste und Kämpfe, die man damit aussteht, kann nur derjenige verstehen, der sie durchlitten hat. Das Schlimmste war, dass ich zum Schluss das Vertrauen in mich selbst und meine Fähigkeit, mein Leben zu verändern, fast verloren hatte.

Meine MINDFUCKS zu beenden und mich auf den Weg zu machen, war jedenfalls die beste Entscheidung des Jahres. Dass ich durchgehalten habe, habe ich auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser meines Blogs, zu verdanken. Nach meinem ersten Beitrag dachte ich mir noch: "Sch...jetzt kannst du nicht mehr zurück. Ob das nicht ein Fehler war?" Und dann kam so viel positive Resonanz und Ermutigung, die mich durch diese Monate getragen hat. OHNE SIE HÄTTE ICH DAS NICHT GESCHAFFT! Als Dankeschön verlose ich nur unter Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, noch drei Exemplare meines neuen Buchs. Schreiben Sie mir und gewinnen Sie mit etwas Glück noch ein Weihnachtsgeschenk für sich oder Ihre Lieben.

Herzlich, Ihre Petra Bock

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Wie wichtig Ressourcen sind, wenn wir Lebensziele erreichen wollen

von Dr. Petra Bock 28. Oktober 2011 16:14

Der Kommentar von Frau Feltges auf meinen letzten Eintrag ist aus meiner Sicht sehr wichtig. Können wir überhaupt größere Veränderungen angehen, wenn es uns nicht gut geht? Wenn wir gesundheitlich am Ende sind oder wirklich große Probleme haben?

Mentale Selbstsabotage "erwischt" uns immer dann besonders stark, wenn wir entweder ressourcenarm sind, es uns also wirklich schlecht geht, oder wenn wir an der Schwelle zu einer wirklichen, echten Veränderung stehen. Je stärker diese Veränderung unser bisheriges Leben - zum positiven wie zum negativen - verändern würde, desto lauter wird der innere Kritiker mit seinem MINDFUCK. Wir können uns also ziemlich sicher sein, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn die inneren Widerstände größer werden. Der Teil unseres Bewusstseins, der die bekannten Verhältnisse - seien Sie auch noch so schlecht - schützen möchte, wird sich einschalten und die guten Vorsätze oder motivierenden Pläne in Frage stellen. Es ist wichtig, darauf vorbereitet zu sein. Und dann, genau dann, erst recht weiter zu machen mit dem neuen Kurs.

Wie ist es aber, wenn es uns wirklich schlecht geht und wir den Eindruck haben, keine Kraft für eine größere Veränderung aufzubringen. Also z.B. zu fertig zu sein, um eine schlechte Beziehung zu beenden oder zu kraftlos, um uns einen neuen Job zu suchen oder zu sehr im Stress, um uns mehr zur bewegen etc. Dann ist es wichtig, ehrlich und großzügig mit sich zu sein und nicht das Riesenziel zu setzen, sondern als erstes Ziel zu wählen, wieder in die Kraft zu kommen. Nur wenn das Problem selbst (z.B. der Stress oder die Beziehung) die Quelle der Kraftlosigkeit ist, brauchen wir den Mut und unser ganzes Vertrauen in unsere erwachsene Kraft, um eine Entscheidung zu treffen. Ist das nicht so, ist die erste Erfolgsstrategie zunächst wieder in eine kraftvolle Situation zu kommen. Wenn Sie zum Beispiel immer wieder krank sind, bringt es nichts, direkt den Job zu wechseln - es sei denn, er ist die Ursache ihrer Beschwerden. Kümmern Sie sich lieber darum, zunächst gesund zu werden und die Dinge dann beherzt anzugehen. 

Ich hatte im Frühjahr sehr gute Ausgangsbedingungen für meine Ernährungsumstellung. Ich hatte genug vom Übergewicht (weg-von-Motivtion), hatte keine anderen größeren "Baustellen" zu bewältigen und war damit in einer guten ressourcevollen Situation, um dieses große Thema anzugehen. Ich wusste, dass es mein Leben sehr positive verändern würde (hin-zu-motivation) Jetzt sind 42 kg weg und ich segle sachte in meine Wohlfühlzone.

Was auch immer Sie also gerade beschäftigt: Wie sieht es aus mit Ihrem Ressourcenhaushalt? Genug Kraftquellen da, um auch größere Lebensziele anzugehen? Oder sollten Sie zunächst für mehr Energie und Unterstützung sorgen?

Übrigens: am  Dienstag, 1. November um 19:30 Uhr halte ich meinen ersten öffentlichen Vortrag zu MINDFUCK in der Urania in Berlin. Falls Sie Lust haben, dabei zu sein - hier der Link mit allen Inforamtionen

http://www.urania.de/programm/2011/i123/

 

Einen schönen Film über meine Book-Release-Party vom letzten Blogeintrag finden Sie unter

http://www.petrabock.de/moviethek.aspx

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Was mein Problem mit MINDFUCK zu tun hatte

von Dr. Petra Bock 3. Oktober 2011 09:41

Heute morgen bin ich früh aufgewacht. Ganz von selbst. Ich bin durch stillen Flur gelaufen und da standen all die Blumen und die Geschenke, die ich heute auspacken darf. Gestern habe ich im Kreis lieber Menschen in meiner Akademie vorab gefeiert, dass morgen mein neues Buch "MINDFUCK.Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können" erscheint. 100 Gäste waren gekommen, eine Jazz-Band mit wilden Jungs, die ich in Prenzlauer Berg aufgegabelt habe, hat wunderbar aufgespielt und ich habe die ersten 10 druckfrischen Bücher verlost und signiert. Ein wunderbarer Abend. Einfach fantastisch. Das sind die Momente im Leben, die wir im Coaching als "Moments of Excellence" bezeichnen. Erinnerungen, die uns immer wieder Energie und Kraft schenken. Gleichzeitig verfolge ich die ersten Diskussionen im Internet über mein Buch, das noch gar nicht offiziell erschienen ist. Die Links zu diesen Beiträgen finden Sie auf der mfdasbuch Seite bei Facebook. Besonders berührt mich, wie viele junge Menschen berichten, wie sehr sie mit MINDFUCK zu tun haben, wie sie das nervt, sich täglich mit destrutkiven Gedanken zu quälen und dass sie froh sind, nicht allein damit zu sein und endlich einen Begriff dafür gefunden zu haben. Wenn ich so etwas lese, weiß ich, dass all die Arbeit der letzten Jahre bereits jetzt voll und ganz ihren Sinn hatte. Das ist ein wunderbares Gefühl.

Ich habe gestern auch ein paar vorher-nachher-Bilder gezeigt, die mit dem bisherigen Inhalt dieses Blogs, zu haben. Menschen, die mich erst heute kennen lernen, konnten es nicht glauben. Gestern sagte mir eine meiner Gäste, wenn man die Bilder sehe, denke man, es handle sich um zwei Schwestern. Sie hätten irgendwie miteinander zu tun, seien aber andere Personen. Mittlerweile sind 40kg weg und ich trage Größe 38. Da es immer wieder Menschen gibt, die meinen, ich hätte wohl keine anderen Probleme, wenn das Abnehmen ein so großes Ziel sei, möchte ich noch einmal an die Anfänge erinnern: ich hatte massives Übergewicht und echte gesundheitliche Probleme. Ich habe 15 Jahre lang darunter gelitten, denn ich war weit weg von meinem gesundheitlichen und vitalen Potenzial. Ich habe mir hundertmal vorgenommen, das Thema in Angriff zu nehmen und endlich meine Ernährung und meine Gewohnheiten umzustellen und irgendwann habe ich selbst den Glauben daran verloren, dass ich es je tun und vor allem je schaffen würde. Dann las ich in der Psychologie Heute einen Artikel, in dem stand, dass es praktisch unmöglich sei als schwer übergewichtiger Mensch ab einem bestimmten Alter schlank zu werden. Die Hormone, die Gene, der Stress - alles sprach angeblich wissenschaftlich fundiert dagegen. Als Coach und als Mensch wollte und konnte ich das nicht stehen lassen. Diese eigentlich entmutigenden Aussagen haben mir die Kraft gegeben, gegenzuhalten und es mit den Mitteln des Coachings anzugehen. Denn im Coaching geht es auch darum, das eigene Spektrum, den eigenen Möglichkeitenraum zu erweitern.

Geholfen hat mir, dass ich genau in diesen Monaten mein Buch über mentale Selbstsabotage zu Ende geschrieben habe und alle Techniken auf mich selbst anwenden konnte. Denn mein Problem war ganz klar eine Folge von MINDFUCK. Ich kritisierte mich selbst und sprach mir gleichzeitig die Kompetenz ab, das jemals zu ändern. Eine typische MINDFUCK-Schleife, die wohl alle Menschen irgendwoher kennen. Wir können alle ziemlich gemein zu uns selbst sein. Und diesen Kreislauf musste ich durchbrechen. Ich musste wieder an den Punkt kommen, in dem mir klar wurde, dass ich mein Leben und mein Verhalten in dieser Frage sehr wohl selbst in der Hand hatte und dass ich stark genug war, es zu verändern.

Ich hoffe, dass mein neues Buch ab morgen vielen Menschen Mut macht und dabei hilft, den inneren Schalter endlich umzulegen. Wenn ich so hinausschaue in den herrlich sonnigen Oktobermorgen und daran denke, dass am 3. Oktober vor 21 Jahren in Deutschland das unmöglich geglaubte möglich wurde, gibt es auch wirklich keinen Grund zu klein von sich und dem Leben zu denken.

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Nächste Schallmauer durchbrochen

von Dr. Petra Bock 17. Juli 2011 08:50

30 Kilo sind weg. Seit heute Morgen laufe ich mit einem Dauerlächeln durch die Wohnung. 30 Kilo. Das sind 120 Butterpäckchen! In meinem Flur stehen 6(!) große blaue Müllsäcke. Die Familienhilfe Berlin freut sich auf Kleidermassen in Größe 48/50. Dafür gähnt mir jetzt ein beinah leerer Kleiderschrank entgegen. Es passt buchstäblich nichts mehr. Weder Schuhe noch Unterwäsche. Ein Jaket habe ich aufgehoben. Wenn ich es heute überstreife, verschwinde ich darin. Nur Schals haben das große Ausmisten überlebt. In den nächsten Tagen fahre ich zu meiner Familie in Süddeutschland. Alle sind schon sehr gespannt darauf, wie ich jetzt live und in Farbe aussehe. Und dann biege ich in Metzingen ab, dem größten Outlet in Süddeutschland. Da wird kräftig eingekauft. Auch schon in den Zielgrößen. Im Moment stehe ich bei 40/42. Ziel ist 38. Ich bin nicht verrückt. Bei mir ist auch nicht der Schlankheitswahn ausgebrochen. Ich will es einfach wissen.

Immer öfter sprechen mich Menschen darauf an, dass "nun aber Mal Schluss sein müsse", man würde mich ja irgendwann gar nicht mehr sehen. Das ist natürlich vollkommen übertrieben. Ich habe immer noch 15kg vor mir und leide bestimmt nicht an Unterernährung. Aber ich merke, dass es manche irritiert, wenn sich ein Mensch äußerlich so stark verändert. Ich denke, das ist normal. Sich ein neues Bild von einem Menschen oder einer Situation machen zu müssen, kostet erst einmal Energie.

Bin ich noch die alte? Ich weiß es im Moment selbst nicht. Denn es hat sich, wie Christa Weidner in ihrem Kommentar zu meinem letzten Eintrag über ihre eigenen Erfahrungen schrieb, tatsächlich vieles in meinem Leben verändert. Das Lebensgefühl ist anders. Ich habe mehr Energie, schlafe besser, bin aber auch noch agiler und leistungsfähiger. Ob das anderen manchmal Angst macht?

Im August besuche ich jedenfalls meinen Bruder. Er ist Triathlet und wird mit mir einen ersten Probelauf an der schönen Regensburger Donau machen. Er hat versprochen, mich fürs nächste Jahr für einen Halbmarathon zu coachen. Viele Freunde und Kunden wollen mitlaufen! Vielleicht haben Sie auch Lust, gemeinsam mit mir, dieses Laufabenteuer zu wagen und sich neue persönliche Ziele zu setzen ? Ich würde mich sehr freuen und ich halte Sie auf dem Laufenden!

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Schonhaltungen - und was passiert, wenn man sie verlässt

von Dr. Petra Bock 24. Juni 2011 18:15

Da bin ich wieder! Fast vier Wochen später und nochmal fünf Kilo leichter werde ich in Interviews immer öfter auf mein Abnehm-Abenteuer angesprochen. Klienten oder Ausbildungsteilnehmer, die mich lange nicht gsehen haben, können es manchmal kaum glauben. Jon Christoph Berndt, ein lieber Kollege aus München, fragte mich kürzlich, als wir uns begrüßten: "Und, kommt Petra auch noch???" 25 Kg sind seit meinem Höchstgewicht weg und mein Leben verändert sich immer mehr.

Was war eigentlich der wichtigste Auslöser für den Schritt in die Lebensveränderung? Ich glaube es war der Moment, als ich anfing, meine Schonhaltungen zu verlassen. Wenn wir Probleme haben, die wir für nicht oder schwer lösbar halten, gewöhnen wir uns Schonhaltungen an. Ob es um schlechte Beziehungen geht, die man trotzdem aushält, suboptimale Jobs, um die man sich herumquält oder andere Themen: Menschen sind Meister darin, sich um das Problem herum zu organisieren. Ich habe das getan, in dem ich meinen Lebensstil komplett auf Übergewicht umgestellt hatte. Ich bewegte mich immer weniger und begann, an Spiegeln oder Schaufenstern vorbeizulaufen, um mein Problem nicht sehen zu müssen. Urlaub verbrachte ich eher wie eine Rentnerin mit Herumsitzen, gucken und Essen. Dinge, die ich gerne einmal ausprobiert hätte, scheiterten am Gewicht. Ich bin früher gerne geritten. Tja, ab einem bestimmten Gewicht, darf man nicht mehr aufs Pferd - zum eigenen Nutzen und aus Tierschutzgründen...Also war es nichts mehr mit Reiten. Skifahren, eine zweite Passion, hatte ich über 20 Jahre komplett aufgegeben. In den letzten Jahren, weil ich fürchtete, zu schwer dafür zu sein.

Vorletzten Winter brach ich dieses Tabu und beschloss, trotzdem Ski zu fahren. Es war der Beginn, meine Schonhaltungen nicht mehr zu akzeptieren und so zu leben, als ob ich schlank wäre. Zu meinem 40. bestieg ich dann die Mutspitze in Südtirol. Besser gesagt: ich wuchtete mich mit letzter Kraft hinauf. Auch da hatte ich die Schonhaltung verlassen. Ich begann wieder zu laufen. Und genau an diesen Punkten merkte ich, wie attraktiv es ist, ohne Schonhaltungen zu leben und dass das Leben mehr Spaß macht, wenn ich z.B. wieder die Sportarten mache, die mir wichtig sind. Und genau da begann ich, die Verantwortung für meine eigene Lebensqualität zu sehen und zu übernehmen. Es war mir einfach wichtig, wieder Spaß an diesen Dingen zu haben. Und dazu bot es sich an, Gewicht abzuwerfen. Hätte mich jemand von Außen dazu "motivieren" wollen, wäre ich nur in den Widerstand gegangen.

Lebensthemen und Lebensziele anzugehen heißt also, eigenmotiviert Verantwortung für die eigene Lebensqualität zu übernehmen. Es ist ein Abenteuer, aus Schonhaltungen heraus zu gehen und sich dem Leben wieder voll und ganz "auszusetzen". Und ja, es macht verdammt viel Spaß.

 

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Immer noch auf Kurs und Samstag im Fernsehen

von Dr. Petra Bock 26. Mai 2011 14:04

Die letzten Wochen hatten es wirklich in sich. Dank der liebevollen Fürsorge der Schiffsküche ging ich drei Kilo leichter von Bord. Und um es gleich vorweg zu nehmen: jetzt macht es erst richtig Spaß. 20 Kilo sind weg! Meine Garderobe tausche ich Stück für Stück aus und habe erstmals nach 15 Jahren wieder Freude beim Einkaufen. Sogar meine Schuhe sind zu groß geworden. Ich trage jetzt drei Kleidergrößen und eine Schuhröße kleiner. Vorgestern musste ich eine Jogging-Runde abbrechen, weil mir die Laufhose nicht mehr auf den Hüften blieb. Mit beiden Händen den Bund festhaltend schlich ich dann zurück zum Auto...Heute morgen ging es dann in neuen Sachen los. Es ist ein völlig neues Gefühl. Die Runde, die ich sonst mit Mühe schaffte, laufe ich jetzt ohne Anstrengung.

20 kg sind tatsächlich eine Menge Holz. Als ich letztens einen 20kg Koffer auf das Gepäckband im Flughafen wuchtete, konnte ich ihn nur mit großer Mühe heben. Ich kann es manchmal gar nicht glauben, dass ich das alles mit mir herumgeschleppt habe. Nun ist Halbzeit, aber ich habe mich so gut an die Ernährung gewöhnt, dass es mir im Moment nichts ausmacht, noch einmal drei bis vier Monate so weiter zu machen. Als ich letzte Woche in London war, um Timothy Gallwey und Sir John Whitmore, zwei Legenden im Coaching, zu treffen, packte ich wieder mein Knäckebrot aus. Einmal auf Kurs zu sein und sich daran zu gewöhnen, nimmt auch großen Wegstrecken den Schrecken.  Meine Entscheidung bereue ich keine Minute. Ich werde weiter berichten, wie sehr sich meine Lebensqualität bereits jetzt verbessert hat. Es sind sehr viele Details, die da zusammenkommen und es mir deutlich machen, dass sich dieses Ziel wirklich lohnt.

Jetzt mache ich mich erst einmal auf den Weg ins Fernsehstudio. Heute wird die Talkshow "Im Palais" auf rbb aufgezeichnet. Ich diskutiere mit Starkoch Tim Raue, DJ Paul van Dyck und dem ehemaligen Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Kurt Böhmer, über das Thema "Wer nicht rennt, ist nicht dabei. Leben wir zu schnell?" Ein sehr wichtiges Thema, wie ich finde. Denn die Rate an Burn-out-Erkrankungen und Dauerstress, die ich als Coach immer wieder in meiner täglichen Arbeit mit Klienten erlebe, hat sich in den letzten Jahren drastisch erhöht. Zeit, umzudenken und neue Wege für Effektivität zu suchen, ohne sich dabei kaputt zu machen. Ein Spezialgebiet von Coachs.

Wenn Sie Lust haben, schalten Sie am Samstag, den 28. Mai, 22:15 auf rbb ein. Wiederholung ist Montag, 30. Mai 00.15 Uhr und im rbb Kulturradio wird die Sendung am 30. Mai um 22.00 Uhr ausgestrahlt. Auf meiner Website finden Sie nächste Woche auch einen Link.

 

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Irgendwo vor Gibraltar - Tofu an Knäckebrot

von Dr. Petra Bock 22. April 2011 16:05

Noch mehr als vor den Herausforderungen der Weihnachtsfeiertage hatte ich mich vor dieser Reise gefürchtet. Wer in aller Welt geht auf Mittelmeer-Kreuzfahrt und macht dann eine Diät? Acht Restaurants, Sushi Bar (mmmh!!!), 24 Stunden lang Essen vom Feinsten. Ich war mir ziemlich sicher, dass das mit dem strengen Konzept, nach dem ich mich gerade ernähre, wohl nicht klappen wird. Weit gefehlt. Wer fragt, gewinnt:

Ich bekomme meine Extrawurst - und zwar erster Klasse! Executive Sous Chef Joachim kommt jeden Abend an meinen Tisch, um mit mir den Ernährungsplan für den folgenden Tag zu besprechen. Ich bekomme alles genau so serviert, wie ich es mir zu Hause machen würde. Völlig fettfrei, ohne Zucker, exakt abgewogen und im fünf Stunden-Rhytmus. Für die Landausflüge bekomme ich ein liebevoll gepacktes Lunch-Paket. Mittlerweile bin ich bei der Crew an Bord bekannt wie ein bunter Hund. Meine Tischnachbarn wundern sich und werfen mir mitleidige Blicke zu. Vorgestern gingen meine Familie und ich ins Grand Restaurant. Während meine Begleiter ein fantasievolles Sechs Gänge Menü genossen, bekam ich formvollendet unter einer Silberglocke Tofu an Knäckebrot und gedünstetem Fenchel serviert. Wir haben uns gebogen vor Lachen. Und die Kellner konnten sich auch kaum noch halten. Nun wurde mir als "Trostpflaster" für den Herbst ein Ausflug ins Steirer Eck in Wien versprochen - angeblich die beste Küche Österreichs. Ob das eine gute Idee ist?

Ich halte mich jedenfalls wacker. Es gibt zwar keine Waage auf der Kabine, aber die Hosen und Hemden schlackern im Wind und ich nehme an, nun ingesamt um die 14 kg los zu haben. Tagsüber gibt es Wasser und Tee, dann mal wieder Tee und Wasser und ab und zu rieche ich an den Kuchenstücken, die die anderen verdrücken. Gestern habe ich erfahren, dass ich unter 1800 Passagieren die einzige bin, die eine Diät macht. Zumindest dieser Rekord ist mir sicher: ich werde wohl die einzige sein, die nach diesen zwei Wochen das Schiff leichter verlässt als sie es betreten hat...

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Ziel erreicht.Weiter geht's!

von Dr. Petra Bock 6. April 2011 17:49

Was ich mir am 14. Dezember zum Start meines Blogs vorgenommen hatte, habe ich diese Woche erreicht: 10 Kilo sind weg! Ich habe bereits eine Kleidergröße verloren und fühle mich so leicht und fit wie schon lange nicht mehr. Gestern habe ich mein Sportprogramm wieder aufgenommen und habe vorsichtig wieder mit dem Laufen begonnen. Das Ziel ist erreicht, aber ich habe jetzt richtig Lust bekommen, aufs Ganze zu gehen und wirklich alles überflüssige Gewicht zu verlieren. Das dürfte bis in den Herbst dauern. Ich bin froh, dass ich mit einem überschaubaren Ziel begonnen habe und nicht gleich die ganze Hürde auf einmal nehmen wollte. Das macht es nämlich manchmal psychisch unnötig schwer.

Als ich vor zwei Wochen Sabine Asgodom und meine anderen lieben Kolleginnen aus dem Buch "Die Frau, die mal eben ihr Gehalt verdoppelt hat" in München traf, habe ich sehr tapfer eine Packung Knäckebrot auf ihren Tisch geknallt. "Ich muss beichten, ich mache eine Diät" Sabine Asogodm nahm es schmunzelnd und gelassen hin. "Wenn es Dir Spaß macht", sagte sie und kochte sich etwas Feines während ich bei Apfel, Knäckebrot, Frischkäse und Gemüsestreifen darbte. Abends beim Inder litt ich dann in all den herrlichen Düften doch etwas bei meinem Pfefferminztee und dem Wasser vor mich hin. Aber ein Gedanke half mir: Es dauert nur etwa eine Viertelstunde, dann ist das Essen vorbei und ich habe es geschafft. Das sind aber mittlerweile sehr seltene Momente des bewussten Verzichts. Ich habe das Thema Essen auf eine für mich sehr interessante Weise aus meinen Gedanken gestrichen. Ich esse meine Mahlzeiten nach Plan, mache mir aber weder vorher noch nachher große Gedanken darum. Wenn ich einmal später zum Essen komme, fällt es mir erst auf, wenn ich auf die Uhr sehe. 

Dafür ändert sich so einiges andere in meinem Leben. Ich gehe statt ins Restaurant zum Tanzen, nehme wieder wahr, was es in dieser herrlichen Stadt Berlin außer Restaurants noch so gibt und bin quicklebendig und neugierig auf alles, was noch so kommt. Ich schlafe besser, bin konzentrierter und den ganzen Tag über hellwach. Von mir aus kann es so weiter gehen!

Nach dem letzten Blog haben mich viele Leserinnen und Leser gefragt, welche Diät ich mache. Sie heißt Metabolic Balance und wird von meiner Hausärztin betreut. Ich esse drei Mal am Tag nach einem auf mich und mein Blut, das vorher getestet wurde, abgestimmten Ernährungsplan. Ich habe eine Liste von Lebensmitteln mit genauer Abwiegeangabe und darf nur alle fünf Stunden essen. Nach 21:00 Uhr ist generell Schluss. Zusätzlich trinke ich 4 Liter Wasser am Tag. Die Portionen sind ordentlich. Weil kein Zucker und keine Geschmacksverstärker drin sind und ich in jeder Mahlzeit genug Eiweiß habe, habe ich keinen Hunger und verliere auch nicht an Kraft. Letztens ist mir erst als ich oben war aufgefallen, dass ich auf dem Weg in meine Wohnung in den 3. Stock jeweils zwei Stufen auf einmal genommen hatte.

Ich bin sehr froh, dass ich mich für den Strategiewechsel in Richtung Diät entschieden habe. Nun steht die Herausforderung Osterurlaub an. Ich mache eine Mittelmeerkreuzfahrt und muss noch mit den Köchen verhandeln, dass sie für mich vollkommen fettfrei nach meinem Plan kochen. Bin gespannt, ob ich sie überzeugen kann, mir diese Extrawurst ohne Wurst zu machen...

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Strategiewechsel? Strategiewechsel!

von Dr. Petra Bock 17. März 2011 11:45

Ich kaufe meine Lebensmittel seit Jahren nur noch im Bioladen und nehme mir dann immer gerne das neue Heft der "Schrot und Korn" mit, einer Öko-Zeitschrift, die dort kostenlos ausliegt. In der aktuellen Ausgabe ist ein Artikel darüber, dass Forscher herausgefunden haben, dass schon die Vorstellung, etwas zus essen, das Verlangen danach verringert. Man muss es sich nur deutlich genug vorstellen. Es zu essen, wohlgemerkt, nicht nur es vor sich zu haben. Denn wenn wir uns etwas, das wir uns wünschen, visuell vorstellen, wächst unser Verlangen danach. Es gibt einige Strategien der Visualisierung und vor allem auch der De-Visualisierung von Dingen, die man meiden möchte. Da gibt es den Rat, sich das Tortenstück in schwarz-weiß statt in Farbe vorzustellen und es mental immer kleiner werden zu lassen und dann aus dem inneren Bild verschinden zu lassen. Bei ernsthaften Attacken kann das schon einges ein Zurückhaltung bewirken.

Vor einigen Tagen habe ich Bilanz über mein Genusstraining gezogen. Seit Beginn dieses Blogs habe ich allein über Aufmerksamkeit beim Essen 3 Kilo abgenommen. Und das trotz Weihnachten. Nicht schlecht, aber ich merkte nach und nach, dass es mir zu langsam geht und ich schneller abnehmen möchte. Und ich merkte, dass mit dem Nachdenken über meine Zielvision mein Wille immer stärker wurde, das Thema nun doch stärker anzupacken und auch Hindernisse zu überwinden. Wir merken, wie stark uns ein Ziel anzieht daran, was wir dafür in Kauf zu nehmen bereit sind. Wenn wir uns etwas nur so la la wünschen und uns daraus so halbengagiert ein Ziel setzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir es wieder aufgeben, wenn die ersten größeren Veränderungsprobleme auftauchen. Und die gibt es immer. Nun, tatsächlich habe ich mich entschlossen, mein Gewicht nun doch mit einer Diät deutlich zu reduzieren. Nicht nur um 10 Kilo, sondern  bis zu meinem Idealgewicht. Ich beriet mich mit meiner Ärztin und sie schlug mir ein für mich überzeugendes Konzept vor und das habe ich jetzt mit meinem Genusstraining verbunden. 

Seit 10 Tagen bin ich nun dabei und habe zusätzlich zu den drei aus dem Aufmerksamkeitstraining weitere 4 Kilo verloren. Es geht fast schneller als die Polizei erlaubt und ich freue mich natürlich, weil ich den Unterschied schon sehr deutlich merke. Gleichzeitig bin ich hellwach und hochkonzentriert, was für mich täglich sehr wichtig ist. Ich trinke jeden Tag vier Liter Wasser, was nicht ganz einfach ist, aber ich merke, dass es mir gut tut. Was mich jetzt beschäftigt ist, wie ich Vorsorge für die Zeit danach treffen kann. Denn bekanntlich ist das Problem der meisten Diäten, dass man hinterher sehr schnell wieder zu nimmt. Wie ich von Dr. med. Carla Thiele weiß, geht es ja nicht nur um eine kurzfristige Diät, sondern um eine komplette Umstellung des Lebensstils. Langfristig. Ich habe schon ein paar Ideen dazu, aber darüber ein andernmal.

Morgen treffe ich mich mit Sabine Asgodom. Ich bin schon gespannt, was sie dazu sagen wird...

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Tatort Skihütte - bin ich doch meinen Hormonen ausgeliefert?

von Dr. Petra Bock 23. Februar 2011 17:13

Seit gestern bin ich aus dem Skiurlaub zurück. Am Mittwoch letzter Woche war es passiert: Ein herrlicher Tag auf wunderbaren Pisten, Einkehr in eine urige Hütte und dann die Trance, vor der ich bereits gewarnt wurde. Ich bestellte , ohne es zu bemerken (!) Grillwürste mit Pommes! Glücklich stärkte ich mich und merkte erst richtig, was passiert war, als der Teller leer vor mir stand und mein Bauch zwickte. Nichts mit Genusstraining, keine Eieruhr dabei, obwohl ich mich beim Hotel-Buffet bereits sehr gut gehalten hatte. Meine Strategie dort war es, zuerst eine Erkundungsrunde zu machen, mit genau zu überlegen, was ich jetzt essen möchte und erst dann mit dem Teller loszuziehen. Danach bewusstes Genießen. Hm....Hat wunderbar geklappt.

Und nun das. Ein Angriff der Fresshormone, von dem die Anti-Diät-Päpste erzählen? Waren die 3 Kilo Gewichtsverlust in fast drei Monaten doch noch zu schnell? Bin ich doch ein hilfloses Opfer des Übergewichts und werde es nie mehr los?  Sehr nachdenklich fuhr ich noch ein paar Abfahrten und überlegte mir auf der Liege im Spa, wie ich dieses Erlebnis deuten könnte. Und konnte einiges über Verhaltensänderungen lernen. Was wirklich neu war, war der Kontext, also das Umfeld, in dem ich mich bewegte. Während ich in den letzten Monaten nur wenig verreist war und alles so organisiert hatte, wie ich es kennen, war der Skiurlaub tatsächlich eine neue Situation. Ich habe erst letztes Jahr nach 17 jähriger Abstinenz wieder angefangen zu fahren und hatte das Erlebnis Skihütte und Grillwürste noch so im Gedächtnis gespeichert, wie ich es als Jugendliche und sehr junge Frau erlebt hatte. Da gab es mittags kein Halten. Ran an die Pommes und wieder ab die Post! Genau so hatte ich das dann am Mittwoch erlebt. Glühende Bäckchen vor Fahrfreude und dann sorgloses Futtern. Hat viel Spaß gemacht, war aber kein echter Genuss nach meinen neuen Standards.  Mein Lernerlebnis: Ich werde in Zukunft den Kontext beachten und alle Eventualitäten einer Situation, die außer der Reihe ist, durchspielen.

Aber dann hat mich in der wohligen Dampfsauna am Mittwochabend noch ein tröstender Gedanke begleitet: wie war das mit der Bounce-Back-Strategie im Golf-Sport? Nicht der Sportler ist der beste, der niemals einen Ball verhaut, sondern der, der nach einem schlechten Schlag am schnellsten wieder einen guten macht. In diesem Sinne freue ich mich auf neue Genüsse.

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