Der Kommentar von Frau Feltges auf meinen letzten Eintrag ist aus meiner Sicht sehr wichtig. Können wir überhaupt größere Veränderungen angehen, wenn es uns nicht gut geht? Wenn wir gesundheitlich am Ende sind oder wirklich große Probleme haben?
Mentale Selbstsabotage "erwischt" uns immer dann besonders stark, wenn wir entweder ressourcenarm sind, es uns also wirklich schlecht geht, oder wenn wir an der Schwelle zu einer wirklichen, echten Veränderung stehen. Je stärker diese Veränderung unser bisheriges Leben - zum positiven wie zum negativen - verändern würde, desto lauter wird der innere Kritiker mit seinem MINDFUCK. Wir können uns also ziemlich sicher sein, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn die inneren Widerstände größer werden. Der Teil unseres Bewusstseins, der die bekannten Verhältnisse - seien Sie auch noch so schlecht - schützen möchte, wird sich einschalten und die guten Vorsätze oder motivierenden Pläne in Frage stellen. Es ist wichtig, darauf vorbereitet zu sein. Und dann, genau dann, erst recht weiter zu machen mit dem neuen Kurs.
Wie ist es aber, wenn es uns wirklich schlecht geht und wir den Eindruck haben, keine Kraft für eine größere Veränderung aufzubringen. Also z.B. zu fertig zu sein, um eine schlechte Beziehung zu beenden oder zu kraftlos, um uns einen neuen Job zu suchen oder zu sehr im Stress, um uns mehr zur bewegen etc. Dann ist es wichtig, ehrlich und großzügig mit sich zu sein und nicht das Riesenziel zu setzen, sondern als erstes Ziel zu wählen, wieder in die Kraft zu kommen. Nur wenn das Problem selbst (z.B. der Stress oder die Beziehung) die Quelle der Kraftlosigkeit ist, brauchen wir den Mut und unser ganzes Vertrauen in unsere erwachsene Kraft, um eine Entscheidung zu treffen. Ist das nicht so, ist die erste Erfolgsstrategie zunächst wieder in eine kraftvolle Situation zu kommen. Wenn Sie zum Beispiel immer wieder krank sind, bringt es nichts, direkt den Job zu wechseln - es sei denn, er ist die Ursache ihrer Beschwerden. Kümmern Sie sich lieber darum, zunächst gesund zu werden und die Dinge dann beherzt anzugehen.
Ich hatte im Frühjahr sehr gute Ausgangsbedingungen für meine Ernährungsumstellung. Ich hatte genug vom Übergewicht (weg-von-Motivtion), hatte keine anderen größeren "Baustellen" zu bewältigen und war damit in einer guten ressourcevollen Situation, um dieses große Thema anzugehen. Ich wusste, dass es mein Leben sehr positive verändern würde (hin-zu-motivation) Jetzt sind 42 kg weg und ich segle sachte in meine Wohlfühlzone.
Was auch immer Sie also gerade beschäftigt: Wie sieht es aus mit Ihrem Ressourcenhaushalt? Genug Kraftquellen da, um auch größere Lebensziele anzugehen? Oder sollten Sie zunächst für mehr Energie und Unterstützung sorgen?
Übrigens: am Dienstag, 1. November um 19:30 Uhr halte ich meinen ersten öffentlichen Vortrag zu MINDFUCK in der Urania in Berlin. Falls Sie Lust haben, dabei zu sein - hier der Link mit allen Inforamtionen
http://www.urania.de/programm/2011/i123/
Einen schönen Film über meine Book-Release-Party vom letzten Blogeintrag finden Sie unter
http://www.petrabock.de/moviethek.aspx
